BringBee das Mitbring-Netzwerk

Bringbee

Weniger Fahrten in die Industrie-Gebiete dank BringBee

Diese Woche ging der Mitbringservice BringBee an den Start. Wer keine Zeit, keine Lust oder kein Auto hat, um Dinge bei Ikea abzuholen, kann einen Ikea-Kunden aus der Umgebung damit beauftragen. Wer ohnehin in Sachen Ikea-Einkauf unterwegs ist, kann anderen einen Gefallen tun, zur CO2-Vermeidung beitragen und sich etwas dazu verdienen. Eingekauft werden können die 2500 populärsten Ikea Einrichtungsartikel von der Orchidee über die Weingläser bis zum Kinderstuhl – alles Artikel, für die es heute noch keine Lieferoption gibt. Inwieweit der Kauf dieser Artikel sinnvoll ist, wird bspw. im Artikel Ein Einrichtungs-Gigant will nachhaltig werden diskutiert. Die Gründerin von BringBee Stella Schieffer sieht die Kooperation mit Ikea als ersten Piloten:

„Natürlich hoffen wir, dass es nicht dabei bleibt. Ziel ist es das Konzept langfristig auf weitere Anwendungsfälle wie den Einkauf im Pflanzencenter, im Baumarkt oder beim Biobauern auszuweiten.“

Wie der Service genau funktioniert, wird auf der Website in einem unterhaltsamen Film so erklärt, dass es jeder versteht  („Das ist der Paul…“). Es bleibt den Betreibern von BringBee zu wünschen, dass weitere Kooperationen und Anwendungsfälle zu Stande kommen. Es wäre schade, wenn die tolle Idee „nur“ dazu führt, dass mehr Ikea-Krimskrams verkauft wird. Ein Börse für Gebrauchtbillys wäre ja vielleicht auch ein sinnvoller Zusatznutzen und entspräche dem Ikea-Gelöbnis nach Recycling.
Alexandre Robert

Sharing ganz einfach

Pumpipumpe

Aufkleber auf den Briefkasten und die Nachbarn wissen, was sie leihen können

Sharing Plattformen gibt es mittlerweile viele. In diesem Blog wurden schon einige vorgestellt (siehe Schlagwörter). Allen gemein ist, dass sie in erster Linie lokal funktionieren. Das „METEOR Collectif“ aus Bern hat nun eine wunderbar einfache Idee, Dinge in der Nachbarschaft gemeinsam zu nutzen. Ihr Projekt nennt sich Pumpipumpe. Auf der Webseite kann man Aufkleber bestellen, auf denen Dinge wie beispielsweise Beamer, Bohrmaschine, Leiter, Schneeschuhe oder WLAN abgebildet sind. Möchte man seine Besitztümer an Nachbarn verleihen, klebt man den entsprechenden Aufkleber einfach auf seinen Briefkasten. Alles Weitere ist dann untereinander zu vereinbaren.

„Ein Sharing-System muss auf sehr einfache Art und Weise funktionieren und mit geringem Aufwand für alle Teilnehmenden verbunden sein. Zu Teilen darf keine Anstrengung sein, sondern muss die soziale Interaktion sowie den damit verbundenen Spass und möglichen Profit für jeden in den Vordergrund stellen.“

Die Idee ist so einfach wie genial und funktioniert auch ganz ohne Strom und Netz. Es wäre natürlich auch denkbar, dass Google Street View die Briefkästen darstellt und einen „Produktkatalog“ anbietet. Aber eigentlich ist es ja erfreulich, dass gute Ideen auch mit minimalen Mitteln umgesetzt werden können.
Alexandre Robert 

Essen teilen statt wegwerfen

Foodsharing

Die App die Appetit aufs Teilen macht, „Krautfunding“ at its best

Allein in deutschen Privathaushalten landen jährlich Lebensmittel im Wert von rund 22 Milliarden Euro ungenutzt im Müll. Auf der Crowdfunding Plattform Startnext wurde daher das Projekt Foodsharing lanciert. Ziel von FOODSHARING ist eine Austausch-Plattform für Privatpersonen, Händler und Produzenten zu etablieren, um ungenutzte Lebensmittel anzubieten zu können.

„Knapp 82 Kilogramm im Wert von einigen hundert Euro wirft jeder Bundesbürger im Schnitt weg. Zwei Drittel des Abfalls wären vermeidbar, weil die weggeworfenen Lebensmittel noch genießbar sind. Würden wir unseren Lebensmittelmüll um die Hälfte reduzieren, hätte das den gleichen Effekt auf das Weltklima, als wenn jedes zweite Auto stillgelegt würde.“

Die Startfinanzierung von 10.000 Euro wurde kürzlich auf Startnext erreicht, aber das Projekt verdient auch weiterhin Aufmerksamkeit. Bis zum 29.7. kann man finanzielle Unterstützung geben. Benötigt werden dann bei Lancierung aber vor allem Leute und Unternehmen, die mitmachen und die App nutzen bzw. Lebensmittel teilen. Wer noch nicht überzeugt ist, dass dies sinnvoll ist, dem sei der Film Taste the waste empfohlen.
Alexandre Robert 

Nutzen statt Besitzen

Collaborative Consumption

Auch auf der re:publica 12 in Berlin war "Collaborative Consumption" ein Thema

Vom 2. bis 4. Mai fand in Berlin bereits zum sechsten Mal die Konferenz re:publica statt, bei der ganz unterschiedliche Themen im Zusammenhang mit der „Digitalen Gesellschaft“ diskutiert wurden. Neben deutschen „Web 2.0-Stars“ wie Sascha Lobo (Autor) und Daniel Domschelt-Berg (OpenLeaks), trugen insgesamt 270 internationale Sprecherinnen und Sprecher bspw. aus Ägypten, Afrika, Indien und den USA zur Veranstaltung bei. Wer nicht vor Ort war, hatte die Möglichkeit per Live-Stream die Geschehnisse zu verfolgen und sich selbstverständlich via Blog und Twitter an Diskussionen zu beteiligen. Sämtliche Vorträge sind als Video auf der Website verfügbar. Das Thema „Nutzen statt Besitzen“ wurde von Michelle Thorne in ihrem Vortrag Designing for Collaborative Consumption behandelt. Ihre Kernaussage lautet, dass es höchste Zeit ist, die Kultur des „Design for the dump“ zu ersetzten durch eine netzbasierte Kultur der gemeinsamen Nutzung von Dingen.

„Unlike any other generation, we can better provide and share infrastructure thanks to network technology. We can buy, build, and collaborate locally and efficiently. We can shop smarter, share better, and use our networks, both online and off, to reduce waste, improve the economy and environment, spare our bank accounts, and even have a good time and make new friends doing it.“

Am Ende ihres etwas lang geratenen Vortrages gab sie Beispiele dafür, welches Potential der Sharing-Gedanke für die Produkt- und Servicekonzeption (Design) bereithält. Es wird spannend werden zu sehen, welche Unternehmungen diese Ideen aufnehmen. Auch die Entwicklung der Bedeutung des Wortes Wealth (Vermögen, Reichtum, Wohlstand,…) wird in diesem Zusammenhang aufschlussreich sein.
Alexandre Robert 

Ziege zu verschenken

oxfamgeschenke

Zum Muttertag eine Ziege verschenken? - geht ganz einfach im Internet

Heute mal ein Geschenktipp für den Muttertag (13. Mai), aber auch jeden anderen Tag. Die Hilfsorganisation Oxfam Deutschland betreibt die Online-Geschenke-Plattform OxfamUnverpackt, auf der Dinge angeboten werden, die Menschen in armen Ländern dringend benötigen.

„Statt Topflappen, Krawatten und peinlichen Kaffeetassen verschenkst du z.B. eine Ziege, eine Latrine oder ein Klassenzimmer. Natürlich werden diese Dinge nicht wirklich als Geschenk verpackt, sondern stehen für Oxfams Projekte und Kampagnen, in denen das Geld verwendet wird. Die Beschenkten in Deutschland bekommen eine Grußkarte mit lustigem Kühlschrankmagneten.“

Auf den lustigen Kühlschrankmagnet kann auch verzichtet werden, stattdessen kann wahlweise ein elektronischer Gruß verschickt werden. Der kommt dann noch am Sonntag bei Muttern an.
Alexandre Robert 

Alles so schön social hier

neightborgoods

Geben ist einfacher als Nehmen, zumindest scheint dies bei Gebrauchtwaren der Fall zu sein

Am 14. März fand der vom GDI organisierte Europäische Trendtag 2012 statt (siehe Artikel vom 22. Januar). “Der Kult des Sozialen – Warum Beziehungen die neue Währung sind“ lautete der Titel der Veranstaltung. Zur kultischen Versammlung gerufen, pilgerte das Publikum zahlreich an den Zürichsee. Neben interessanten Vorträgen des „Trend Trios“ (Bolz, Bosshart, Wippermann) wurden auch praktische Ansätze von „Social Business“ vorgestellt und diskutiert. Einige Eindrücke und Kurzvideos sind hier zu sehen. Besonders spannend im Zusammenhang mit der Frage nach der gemeinsamen Nutzung von Produkten (Collaborative Consumption) war der Beitrag von Micki Krimmel, Mitbegründerin der Sharing Plattform Neighborgoods.net. Menschen aus einer Region können hier Dinge ver- bzw. ausleihen. Die ursprüngliche Idee, für die Transaktionen Gebühren zu berechnen, hat sich nicht bewährt. Nun ist der Service kostenfrei verfügbar. Gegenstände im Gesamtwert von vier Millionen USD sind ausleihbar. Die Community hat 20 Tausend Mitglieder. Davon ist die Mehrzahl allerdings am Verleihen interessiert. Das Ausleihen scheint mit einem Stigma belegt zu sein. Daher überlegen die Macher der Plattform, wie sie eine „soziale Währung“ etablieren können, die es den Ausleihern ermöglicht, etwas zurückzugeben. Ein weiterer Ansatz für die Zukunft ist die Zusammenarbeit mit bestehenden Netzwerken wie bspw. Schulen und Kirchen. Es gibt also noch wenig Erfahrungen mit dem gemeinsamen Nutzen von Dingen. Der Bedarf, Dinge, die nicht oder selten gebraucht werden, zur Verfügung zu stellen, besteht. Es entstehen immer mehr Sharing Plattformen auch in Europa . Es wird spannend sein zu sehen, wie sich die Sharing-Kultur entwickelt.
Alexandre Robert