Naked-Banana-Shitstorm

Nackte Banane in Plastik

Die Nacktdarstellung der populären Frucht führte zu Aufregung im Mitmachweb

Bananen gehören zu den Früchten, die von Natur aus mit der perfekten Verpackung gesegnet sind. Die österreichische Supermarktkette Billa war einfallsreich und dachte, sie könnte das toppen. Geschält und eingeschweisst lagen sie dann da, mit Barcode versehen und fertig zum Abtransport. Nur haben wollte sie keiner. Dafür gab es einen schweren Shitsturm auf der Billa-Facebook-Seite, nachdem ein Kunde das Foto der Umverpackung veröffentlichte. Das Unternehmen liess seine Fans dann wissen:

„Nachdem das Thema rund um die abgepackten Bananen zurecht eine rege Diskussion ausgelöst hat, sind wir der Sache sofort nachgegangen: Die Bananen wurden vermutlich auf Eigeninitiative in einer Filiale in dieser Form verpackt. Dies entspricht in keinem Fall unserer Sortimentspolitik und es gab niemals eine Anweisung, so etwas durchzuführen. Wir bitten euch, diesen Vorfall zu entschuldigen. Zwar freuen wir uns normalerweise über innovative Ideen, die von unseren Filialen auch selbständig umgesetzt werden können. Dieses Beispiel hat aber gezeigt, dass wir das Thema Nachhaltigkeit noch intensiver direkt an unsere Mitarbeiter vermitteln müssen, damit es in Zukunft nicht mehr zu solchen Vorfällen kommt.“

Das Bild der gequälten Früchte ging um die Welt, und sogar US-amerikanische Blogs berichteten. Der Fall zeigt, dass es sehr schnell gehen kann, dass ein Unternehmen in der Öffentlichkeit angeprangert wird, wenn es sich vermeintlich unkorrekt verhält. Billa hat in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen, die Nachhaltigkeit zu verbessern. Vielleicht nimmt die Eine oder der Andere dies nun, da der Shitsturm abgeflaut ist, wahr.
Alexandre Robert

WWF im Dialog

Der WWF im Dialog

Schön grün, schlecht zu lesen und keine Verlinkung – auch NGOs können noch lernen

Auch Non Profit Organisationen können im Mitmach-Web Gegenwind abgekommen. So traf im letzten Sommer ein Shitstorm den WWF. Auslöser für die heftigen Winde war die Ausstrahlung des Dokumentarfilms „Der Pakt mit dem Panda“, im dem Teile der Organisation bzw. deren Aktivitäten als umweltschädlich dargestellt werden. Der Film wurde mehrfach wiederholt und ist natürlich auch im Web verfügbar. Ob die Kritik berechtigt ist oder nicht, sei dahingestellt. Das Web ist voll mit Diskussionen zu dieser Frage, zudem hat der WWF in Form eines Faktencheck klar Stellung zum Film genommen. Bemerkenswert ist, dass der WWF völlig überrascht schien, und trotz Kenntnis über die bevorstehende Ausstrahlung des Films, auf die heftige Kritik im Web nicht vorbereitet war. Zeitweise wusste man sich abermals nicht anders zu helfen, als die Kommentarfunktionen zu sperren. Einen Artikel dazu gibt es bspw. bei Michael Friedrich. Hunderte Kommentare sind in Form eines Screencasts auf Youtube einsehbar (Pause drücken). Pünktlich zum Erscheinen des Buches „Schwarzbuch WWF“, das vom gleichen Autor wie der Film stammt, lancierte der WWF nun letzte Woche eine Plattform, die dem direktem Dialog auch ausserhalb von Facebook dient. Neben Themenbereichen wie Tiere, Wald, Wasser, Klima, Ernährung gibt es auch einen Bereich, in dem über das WWF selbst gesprochen wird. Bisher hält sich die Beteiligung noch in Grenzen, was sicher auch daran liegt, dass die Plattform noch nicht bekannt ist. Lobenswert ist der Ansatz allemal, und er bietet die Chance verlorengegangenes Vertrauen wieder zu gewinnen. Bei der konkreten Gestaltung könnte durchaus noch optimiert werden. Der Erfolg jedoch wird von der Qualität der Beiträge – der „User“ sowie der WWF-Schreibenden abhängen.
Alexandre Robert 

Veganer-Sex als Provokation

bwvaktboom

Das Thematisieren von Gewalt führt zu Shitstorm bei der Tierrechtsorganisation Peta

Love hurts und Sex sells. Das dachten sich auch die Macher der provokanten Kampagne „Boyfriend Went Vegan and Knocked the Bottom out of Me“ für die Tierrechtsorganisation Peta in den USA. Teil der Kampagne ist ein Film, in dem eine junge Frau mit Halskrause zu sehen ist, die vermutlich von ihrem vegan lebenden Sexualpartner ziemlich zugerichtet wurde. Auf der gefakten Website der Selbtshilfegruppe bwvaktboom.com werden Tipps gegeben, wie Frau und Mann sich vor Schäden durch heftige Sexualpraktiken, ausgelöst durch vegane Ernährung, schützen können. Die Reaktionen auf die Kampagne sind erwartungsgemäss zweigeteilt. Auf Youtube brach ein Sturm der Entrüstung los, und es wurde auch eine „überarbeitete“ Version des Films lanciert. Die Kritik zielt dabei auf die Verharmlosung von Gewalt und Vergewaltigung. Im Web wird angeregt diskutiert, ob es NGOs erlaubt sein sollte, schockierende bzw. tabubrechende Bilder zu verwenden, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Im britischen Guardian bspw. sind in kürzester Zeit über 100 sehr unterschiedliche Kommentare zu dieser Frage eingegangen.
Alexandre Robert

Branchen-Barometer – Hallo?

Branchen-Barometer

Social Media ist klasse, macht aber Arbeit

Die Betreiber der Internetplattform „Utopia“, die sich das Ziel setzen, den Dialogprozess über das Thema Nachhaltigkeit zwischen allen gesellschaftlichen Akteuren zu fördern, haben anscheinend auch mal mit den eigenen Dialogprozessen zu kämpfen. Bei ihrem zweiten Branchen-Barometer zum spannenden Themenfeld Auto geht es um darum:

„Sagen Sie der Autoindustrie Ihre Meinung! Utopia ist angetreten, Verbrauchern eine Stimme zu geben und kraftvolle Impulse an die Industrie zu senden. Mit dem Branchen-Barometer können Sie Ihre Sicht als verantwortungsbewusster Konsument ganzen Industrien abgeben. Sagen Sie Unternehmen, ob sie Ihnen vertrauen! In weniger als fünf Minuten. Dieses Mal: die Autoindustrie.“

Dieser Aufruf zur Umfrage wurde im Sommer 2010 gestartet. Bisher wurden weder Ergebnisse veröffentlicht, noch Fragen der Community beantwortet. Kein wirklich gutes Vorbild für den Dialog im „Mitmach-Web“. Zumindest sind einige interessante an die Automobilindustrie gerichtete Kommentare auf der Seite zu lesen.
Alexandre Robert 

Have a break – Der Klassiker

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Einer von vielen "Kitkat-Filmen" im Netz

Der wenig souveräne Umgang mit den Medien brachte das Fass erst zum Überlaufen. Ob die Kritik von Greenpeace in dieser Form gerechtfertigt war, ist nicht entscheidend. Es war hingegen nicht sehr klug die Facebook-Seite abzuschalten. Der Protest ging dann erst richtig los. Unzählige „Kitkat“-Filme kursieren im Web. Nestlé hat sich so einen Namen für den Kommunikations-GAU in Social Media gemacht. Einen interessanten Artikel mit Facebook-Screenshot der Kitkat-Seite gibt es hier.
Alexandre Robert