Naked-Banana-Shitstorm

Nackte Banane in Plastik

Die Nacktdarstellung der populären Frucht führte zu Aufregung im Mitmachweb

Bananen gehören zu den Früchten, die von Natur aus mit der perfekten Verpackung gesegnet sind. Die österreichische Supermarktkette Billa war einfallsreich und dachte, sie könnte das toppen. Geschält und eingeschweisst lagen sie dann da, mit Barcode versehen und fertig zum Abtransport. Nur haben wollte sie keiner. Dafür gab es einen schweren Shitsturm auf der Billa-Facebook-Seite, nachdem ein Kunde das Foto der Umverpackung veröffentlichte. Das Unternehmen liess seine Fans dann wissen:

„Nachdem das Thema rund um die abgepackten Bananen zurecht eine rege Diskussion ausgelöst hat, sind wir der Sache sofort nachgegangen: Die Bananen wurden vermutlich auf Eigeninitiative in einer Filiale in dieser Form verpackt. Dies entspricht in keinem Fall unserer Sortimentspolitik und es gab niemals eine Anweisung, so etwas durchzuführen. Wir bitten euch, diesen Vorfall zu entschuldigen. Zwar freuen wir uns normalerweise über innovative Ideen, die von unseren Filialen auch selbständig umgesetzt werden können. Dieses Beispiel hat aber gezeigt, dass wir das Thema Nachhaltigkeit noch intensiver direkt an unsere Mitarbeiter vermitteln müssen, damit es in Zukunft nicht mehr zu solchen Vorfällen kommt.“

Das Bild der gequälten Früchte ging um die Welt, und sogar US-amerikanische Blogs berichteten. Der Fall zeigt, dass es sehr schnell gehen kann, dass ein Unternehmen in der Öffentlichkeit angeprangert wird, wenn es sich vermeintlich unkorrekt verhält. Billa hat in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen, die Nachhaltigkeit zu verbessern. Vielleicht nimmt die Eine oder der Andere dies nun, da der Shitsturm abgeflaut ist, wahr.
Alexandre Robert

Weapon of Mass Distraction

Facebook - Weapon of Mass Distraction

Festhalten an dem, was uns zerstreut und zerstört?

Schon lustig, dass Zerstreuung und Zerstörung so nahe beieinander liegen:
Distraction = Zerstreuung, Verstörtheit, Ablenkung, …
Destruction = Zerstörung, Vernichtung, Untergang, …

Schönen September noch, bin jetzt bis Oktober offline.
Alexandre Robert 

Gründe fürs „unliken“ von Marken

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Beziehungen, die nerven, kann man auch beenden - bei FB mit einem Klick

In einer 2011 in UK durchgeführten Studie ermittelte ExactTarget u.a. Gründe dafür, warum Facebook-Teilnehmende die Verbindung zu Unternehmen bzw. Marken lösen. Quantitative Daten zur Anzahl der gelösten Verbindung werden nicht geliefert, aber die Ergebnisse bzgl. der Gründe sind deutlich. „42% have unliked a brand on Facebook because they felt bombarded with messages.“ Neben der Informationsflut sind es die irrelevanten Inhalte, die wenig Begeisterung auslösen. Eine ähnliche Studie, auch von ExactTarget in den USA durchgeführt, kommt zu den gleichen Ergebnissen. Die Schlussfolgerung, dass auf längere Sicht die Inhalte zählen und nicht die einmalig erreichte Anzahl der „Fans“ ist recht banal. Die vergraulten Fans zum Wiederkommen zu motivieren, wird schwierig sein. Wenn Unternehmen aber über sich und ihre Marken Spannendes berichten, und sie die „Verlinkten“ als Dialogpartner ernst nehmen, steckt grosses Potential in der vernetzten Kommunikation. Dies gilt insbesondere für das Themenfeld „verantwortungsvolles Verhalten“, bei dem neben Transparenz und Authentizität auch die Dialogfähigkeit ausschlaggebend für erfolgreiche Kommunikation ist.
Alexandre Robert

Social Media = Facebook?

facebook

Geschlossene Gesellschaft im Internet

Facebook hat nach eigenen Angaben annähernd 800 Millionen Mitglieder und ist somit die grösste geschlossene Online-Community. Verfolgt man die Berichterstattung über Social Media im Zusammenhang mit Unternehmenskommunikation, bekommt man den Eindruck, dass eine Facebook-Präsenz auch für Unternehmen unumgänglich ist. „Social Media“ wird oft gleichgesetzt mit Facebook.  Nun bestehen aber auch Anzeichen, dass sich die Investitionen in Facebook evtl. nicht rechnen. Auf dem Portal HORIZONT.NET gab es Anfang Februar die knappe Nachricht: Studie: Marketing in Social Media verpufft. In dem kurzen Artikel wird auf eine Studie Bezug genommen, die Investitionen in Facebook-Aktivitäten von Unternehmen und deren Wirkung untersucht. Diese Studie des Hamburger „Brand Science Institute“ stammt jedoch von 2010 und wurde noch nicht veröffentlicht. Da ist es bemerkenswert, dass der Titel der Studie für einen Artikel verwendet wird. Vielleicht ahnt man ja, dass Dabeisein nicht alles ist. Angekündigt wurde nun, die Studie im Rahmen der „Marketing 2.0 Konferenz“, die vom 25.-27. März in Hamburg stattfindet, in aktualisierter Form vorzustellen. Es wäre sehr spannend, Einblick zu bekommen, welche Erfahrungen Unternehmen in den letzten zwei Jahren mit Facebook gemacht haben. Die Konferenz ist nahezu ausgebucht, was das nach wie vor grosse Interesse an „Social Media Marketing“ belegt. Noch spannender wird es sein zu verfolgen, ob sich Unternehmenskommunikation durch Social Media grundlegend verändern wird, und ob sich dies auf die Produkte und Kernprozesse der Unternehmen auswirkt.
Alexandre Robert
PS: Der Artikel „Social Marketing = Oxymoron“ vom 10. Feb. thematisiert dies auch.

Social Marketing = Oxymoron

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Douglas Rushkoff: Branding Doesn't Work! So Now What?

Der New Yorker Medientheoretiker Douglas Rushkoff, der Begriffe wie beispielsweise „Digital Natives“ und „Virales Marketing“ prägte, servierte den Teilnehmern der Marketing-Konferenz Pivot seine klare Botschaft: „Social Marketing“ sei ein Oxymoron, also ein Widerspruch in sich selbst und somit unsinnig. In seiner sehr unterhaltsamen 30 minütigen Rede mit dem Titel „Branding Doesn’t Work! So Now What?“ erläuterte er dem Publikum bereits vor mehr als einem Jahr, dass Unternehmen in Facebook nichts verloren hätten, wenn sie ernsthaftes Interesse am Dialog mit ihren Kunden haben. Werbung würde dort, wie überall sonst auch, stören. Kein Mensch würde in Facebook über „Brands“ sprechen, wie es den Unternehmen vorgegaukelt würde. Zudem stelle Facebook einen Versuch dar, das Internet zu zentralisieren und widerspreche so dessen grundlegender Idee. Mehr zu Rushkoffs Gedanken sind in seinem neuesten Buch Program or be progammed zu lesen.
Alexandre Robert