Tendenzen in der Nachhaltigkeitskommunikation

Berichterstattung und Kommunikation von Nachhaltigkeitsthemen stehen hoch im Kurs. Für die Unternehmenskommunikation wird dieses Themenfeld immer wichtiger. Dies gilt für die externe wie auch die interne Kommunikation. Im Social Web werden Themen zu Ökologie und sozialer Gerechtigkeit im immer größer werdendem Rahmen diskutiert. Es sind unzählige Plattformen und Communities zu diesem Themenfeld entstanden. Menschen tauschen sich im eigenen und im gesellschaftlichen Interesse über Produkte und die produzierenden Firmen aus. Das Mitmach- Web stellt so für Unternehmen eine neue Herausforderung dar mit Kunden und anderen Stakeholdern in den Dialog zu treten. Glaubwürdigkeit und Transparenz sind dabei grundlegende Kriterien für das Gelingen. Althergebrachte Kommunikationsstrategien, die auf eindirektionaler Sendung von Information basiert, funktionieren im Social Web nicht. Die Rhetorik, die viele Unternehmen zum Themenkomplex Nachhaltigkeit verwenden, wird zunehmend durchschaut. Nur durch verantwortungsvolles Handeln kann Glaubwürdigkeit und Reputation erreicht werden.
Alexandre Robert 

Das Potential von „Social Media“

Das Medium Internet hat großes Potential zum demokratischen Mehr- Wege Medium. Unter dem Sammelbegriff Social Media oder auch „Mitmach-Web“ werden die Möglichkeiten zusammengefasst. Trotz Hype und Kommerzialisierung von Social Media, zieht sich die Emanzipation des Medium Internet weiter fort. Die Einstiegshürden sind heute nicht hoch, wer Internet-Anschluss hat, kann auch aktiv an der Kommunikation teilnehmen. Das Kriterium für erfolgreiche Teilnahme ist einfach zu benennen: Relevanter Inhalt. Oder wie es im Englischen heißt: Content is king. Ob Einzelpersonen, Organisationen oder Unternehmen sich an Social Media beteiligen, wahrgenommen und honoriert wird längerfristig nur Inhalt, der als relevant wahrgenommen wird und Wert bringt. Die gewaltige Menge an irrelevanten Daten und Informationen wird in Zukunft weniger Beachtung finden. Die Relevanz von Information ist auch abhängig vom Absender. Insbesondere für die kommerzielle Nutzung von Social Media ist dies ein wichtiges Kriterium. Bislang haben nur wenige Unternehmen verstanden, dass die alte Form der Unternehmenskommunikation in Social Media nicht funktioniert, und dass auf Linie gebrachte Äußerungen bei Nutzern immer weniger ankommen. Entscheidend dafür, ob Kommunikation gelingt, ist zunächst einmal das Vorhandensein von gegenseitigem Vertrauen. Dies müssen sich viele Unternehmen jedoch erst verdienen. Bislang sind es Information von Nutzern untereinander, die glaubhafter sind, als Äußerungen von Kommunikationsabteilung insbesondere großer Unternehmen. Authenzität kann auch nicht durch bezahlte Blogger erreicht werden. Diese werden von der Gemeinschaft meist sehr schnell enttarnt.
Alexandre Robert 

Motive für das Engagement in Social Media

Für Teile der Bevölkerung ist ein Leben ohne Social Media nur schwer vorstellbar. Es sind allerdings bereits auch Phänomene der Sättigung festzustellen. Der Ausstieg aus einem von Social Media dominierten Leben fällt dabei ähnlich schwer, wie die Beendigung einer Drogenkarriere. Was die Menschen fasziniert und motiviert, sich in Social Media zu beteiligen ist unterschiedlich. Zum einen ist es die Faszination, sich theoretisch der gesamten Web-Gemeinschaft mitteilen zu können. Dies kommt Menschen mit narzisstischen Zügen sehr entgegen. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Grosteil, der ins Netz gestellten Inhalte, der Selbstdarstellung dient. Zum anderen sind es die ureigenen Motivationen, die Menschen veranlassen sich in Gruppen auszutauschen. Man möchte Information aus erster Hand und man möchte mit Gleichgesinnten diskutieren, um Verbesserung des eigenen Lebens und /oder der Gesellschaft zu erreichen. Es sind viel junge Nutzer (Digital Natives) aktiv beteiligt, aber die Altersstruktur wird immer ausgeglichener. Die nun doch erheblich verbesserte Bedienbarkeit der Internet-Werkzeuge macht den Zugang für große Bevölkerungsteile möglich.
Alexandre Robert 

Social Media – Nutzerzahlen

Die publizierten Nutzerzahlen einzelner Marktforschungsfirmen bzgl. „Social Media“ sind unterschiedlich. Jedoch ist ein deutlicher Zuwachs von Aktivitäten in den unterschiedlichsten Bereichen eindeutig belegbar. Weltweit gesehen beteiligen sich über 50% der Internetnutzer in der einen oder anderen Weise an Social Media. „For the first time ever, social network or blog sites are visited by three quarters of global consumers who go online, after the numbers of people visiting these sites increased by 24% over last year. The average visitor spends 66% more time on these sites than a year ago, almost 6 hours in April 2010 versus 3 hours, 31 minutes last year“ (Nielsen 2010). „Insgesamt besuchen heute 62% der Nutzer Social Networks (Fittkau & Maaß 2010). Der Anteil der passiven Nutzer ist dabei noch deutlich höher, aber die Tendenz der aktiven Beteiligung ist steigend. Als aktive Beteiligung kann bereits erachtet werden, wenn ein Nutzer bspw. seine Einschätzung zu einen Artikel in einer Online-Zeitung durch Klick auf ein Bewertungs-Tool abgibt. Die Zeit, die Menschen am Arbeitsplatz aber auch in ihrer Freizeit mit Social Media verbringen, steigt weiterhin. Studien besagen, dass zum Teil mehr als 5 Stunden am Tag in Social Media verbracht wird. Eine weitere Steigerung der „Nutzungsdauer“ ist momentan durch die zunehmende Verbreitung von mobilen Social Media Services zu erwarten.
Alexandre Robert 

Social Media gab es schon im letzten Jahrhundert

Die Möglichkeit, sich in sozialen Netzwerken im Internet zu betätigen ist nicht neu. Virtuelle Gemeinschaften existieren bereits seit Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Durch die massive Verbreitung und Kommerzialisierung des Internets sowie der Verfügbarkeit von neuen technischen Werkzeugen, kam es in den vergangenen 2 Jahren zu einem „Boom“ des sogenannten „Social Web“. Laut einer Nielsen-Studie stiegen die Nutzerzahlen im Social Web weltweit von 2008 auf 2009 um 30% (Nielsen 2010). Wesentlich für Social Media ist die Möglichkeit der Beteiligung an Inhalten und Kommunikation. Es existieren Online-Foren zu faktisch jedem Thema. Auf Plattformen wie bspw. Facebook, Myspace, Xing oder Linkedin stellen Nutzer ihre persönlichen Profile zur Verfügung und treten untereinander in Kontakt, sei es zu privaten oder zu beruflichen Zwecken. In „Blogs“ werden Online-Tagebücher von Einzelpersonen oder auch Organisationen geführt. Mit „Microblogging“ wird die auf wenige Zeichen (144 bei Twitter) reduzierte Mitteilungsmöglichkeit bezeichnet. Weitere Erscheinungsformen, die zu Sammelbegriff Social Media gezählt werden, sind Videoportale (bspw. Youtube) und Online-Spiele. Eine weitere Gruppe von Anwendung bezieht sich auf das Themenfeld Kollaboration. Auf Webseiten wie etwa Wikipedia entstehen Wissensdatenbanken, die von Nutzern freiwillig und nicht kommerziell gespeist werden. Auch Möglichkeiten zu Bewertungen und Kommentierung von Webinhalten, wie es Amazon schon seit über 10 Jahren anbietet, werden immer mehr genutzt. So entstanden immer mehr Auskunfts- und Bewertungsportale, die unabhängig von einem Unternehmen Nutzern die Möglichkeit geben, Produkte und Dienstleistungen unterschiedlichster Anbieter zu bewerten und zu kommentieren.
Alexandre Robert